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Ein losgerissener Drachen |
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Zu einem weitgereisten Volk gehöre ich, seht nur, seht: Wurde vom Wind der Heimatlosigkeit erfaßt So erlebte ich alle Liebe als verzehrendes Feuer Jedes Lied in den kurdischen Bergen zerreißt mir das Herz
Die Liebe kenne ich inzwischen, seht nur, seht: Zog mit jedem Vogelschwarm am Himmel So geriet mein Leben aus den Fugen dem Ruf der Liebe folgend In jedem Herzen: eine Antwort auf diesen Schrei
Vor langer Zeit vergrub ich den Tod im Herzen, seht nur, seht: Des Nachts stürzt die Angst den Mond in meine Fluten So küßte das Mondlicht die Wunde des Bergsterns Ein Volk vergiftet sind seine Lieder durch Aloe
Brennen will auch ich in der verzehrenden Flamme, seht nur, seht: Kaum siebzehn führten sie mich schon zum Galgen So sickerte nachts von den Bergen Blut in meine Träume Feuer schmilzt Eis, Schneeblumen öffnen sich der Sonne
Mein Leben ein Dolch Schutz langer Reise, seht nur, seht: Zyanid im Mund ein Liebesbeweis dient gleichem Zweck Blumenlachen an meinem Hals auf dem Weg in den Tod So ist mein Leben jetzt - ein losgerissener Drachen
So ist mein Leben - ein losgerissener Drachen jetzt
Aus dem Türkischen von Wolfgang Riemann Aus dem Band: Aşkkıran. istanbul , 2. Aufl. 2002. S. 52.
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